Wie kommt jemand, der
eigentlich den Ridgebacks verfallen ist, auf den Boerboel? Ich denke, aus
sentimentalen Gründen... Nachdem ich meinen alten Ridgeback-Rüden Paul, den
ich sehr geliebt habe, im Dezember 2004 über die Rainbowbridge habe gehen
lassen müssen, fiel es mir schwer, wieder einem anderen Hund gegenüber offen
zu sein.
In Stellenbosch,
Südafrika, angekommen, wollte ich eigentlich nur eins: meinen alten Paul
wiederhaben. Und da das naturgemäß ein nicht zu erfüllender Wunsch
war, habe ich nach langem Zögern und Hadern mit mir selbst (Wie sollte ich im fremden Land, alleine, mit Job an der Uni einen Hund halten? Was sagen
meine Vermieter? Wohin kann ich ziehen, um einen Hund halten zu können? Sorge
über Sorge...) Kontakt zu Marie Potgieter aufgenommen, deren Vater den
bekannten CH. Apalachee Umquolo of Pronkberg gezüchtet hat und die mit
ihren Hunden in Stellenbosch lebt. Ein glücklicher Zufall! Sie ist eine sehr
gute Zuhörerin. Ich habe ihr meine Situation geschildert, mein Leid geklagt,
denn ich war sehr unglücklich. Ich durfte mir ihre großartige Sammlung von
Ridgeback-Bildern und Pedigrees ansehen, mich über Ridgebacks, Stammbäume,
Wesen, Ausstellungen und Zucht austauschen, wie ich es lange nicht mehr getan
hatte.
Sie hat sich meine
Erzählungen über Paul angehört und mir dann empfohlen, ich solle mir die
beiden jungen Boerboel-Hündinnen anschauen, die Mrs. Wever bisher noch nicht
verkauft habe. Skeptisch bin ich also zu Mrs. Wever gefahren. Was soll ich,
der RR-Fan, mit einem Boerboel? Ich kannte die Rasse, ich mochte sie, aber ich
und ein Molosser? Unvorstellbar.
Bei Mrs. Wever angekommen,
habe ich von den Hunden zunächst nichts gesehen. Stattdessen ein freundlicher
Empfang und small talk. Schließlich bat ich sie, mir die Hunde ansehen zu
dürfen.
Es hat *Peng* gemacht, wenn
man das so sagen kann. Ein weiblicher Paul. Andere Optik, aber dasselbe Wesen.
Kein Rüde, wie von mir gewünscht, sondern ein Mädel. Kein RR, sondern ein
Boerboel. Doch egal, ich WOLLTE sie. Und SIE wollte mich.
Es sollte wohl so sein...
Mittlerweile haben wir seit
September 2005 glückliche Monate zusammen verbracht, mein Mädel wächst und
gedeiht. Sie ist ruhig und gelassen, verspielt, treu. Man hat mir gesagt, dass
Boerboels schneller erwachsen werden als andere Hunde ihrer Größe. Im
Vergleich zum RR stimmt das. Sie beschützte mich schon im Alter von 9
Monaten. Sie ist wachsam, aufmerksam, jedoch niemals aggressiv. Stellt sich zwischen mich und die
Gefahr, seien es Schlangen oder Menschen, die ihr nicht geheuer sind.
Hier einige Bilder von
Bella und SA: